Akteur

Mit Akteuren sind Gruppen von Menschen (Kollektive) gemeint, die bestimmte Interessen und Bedürfnisse in der Gemeinde vertreten. Im Zentrum stehen also nicht primär Individuen, sondern die einzelnen Akteurgruppen und deren Interessen und Bedürfnisse. Dies können bspw. ein Quartierverein, die Hoteliers oder Bauern der Gemeinde, ein beliebiges Unternehmen oder die Bewohner der Gemeinde sein.

Im Rahmen von SeLeN-Unterrichtsprojekten werden verschiedene Akteure und deren Interessen zur Massnahmenbeurteilung sowie -festlegung erhoben.

LA 21

Lokale Agenda 21. Alle Gemeinden sind aufgefordert, eine „Lokale Agenda 21“ (LA21) aufzubauen und mit den Bürgern in einen Dialog zu treten, um die Ziele einer Nachhaltigen Entwicklung umzusetzen. Meist sind es lokale „Bürgerbewegungen“, Organisationen oder Interessengruppen, die einen LA21-Prozess initiieren und umsetzen. Werden die Gemeindebehörden in den Prozess einbezogen, sind die Erfolgschancen aber deutlich höher (vgl. Planet 21-Handbuch, 2011).

 

Literatur:

Massnahme

Mit der Massnahme (engl. Service) wird ein Beitrag zu einem übergeordneten Ziel und damit auch ein Beitrag zum Nachhaltigkeitsprozess in der Gemeinde geleistet. Es kann sich dabei um eine konkrete Massnahme, die in der Gemeinde umgesetzt wird, handeln, oder um einen Massnahmenkatalog, der verschiedene mögliche Massnahmen beschreibt und beurteilt.

Eine Massnahme meint eine Handlung, die einen bestimmten Zweck verfolgt. Bezogen auf das Unterrichtsprojekt SeLeN bedeutet das, dass mit einer Massnahme ein Beitrag zum Projektziel und damit auch ein Beitrag zum Nachhaltigkeitsprozess in der Gemeinde geleistet werden soll.

Nachhaltigkeitsbeauftragte

Mit Nachhaltigkeitsbeauftragten sind Personen gemeint, die in einer Gemeinde ein offizielles Mandat haben, sich um Aspekte Nachhaltiger Entwicklung zu kümmern oder auch Vertreterinnen und Vertreter einer LA21 oder von Nachhaltigkeitsprozessen in der Gemeinde (im Sinne der Vereinten Nationen), auch wenn sie ohne offizielles Mandat der Gemeinde arbeiten.

NGO

Das Regionale Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa definiert eine nichtstaatliche Organisation (NGO) folgendermassen: „Eine nichtstaatliche Organisation (NGO) ist eine nicht-gewinnorientierte und auf freiwilliger Arbeit basierende Organisation von Bürgern, die sowohl lokal als auch national oder international organisiert und tätig sein kann. Auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet und von Leuten mit einem gemeinsamen Interesse gegründet, versuchen NGOs, eine Vielfalt von Leistungen und humanitären Funktionen wahrzunehmen, Bürgeranliegen bei Regierungen vorzubringen, die politische Landschaft zu beobachten und das politische Engagement in der Bevölkerung zu erwecken. Sie stellen Analysen und Sachverstand zur Verfügung, dienen als Frühwarnmechanismus und helfen, internationale Übereinkünfte zu beobachten und umzusetzen. Manche NGOs sind für ganz bestimmte Aufgaben gegründet, so zum Beispiel Menschenrechte, Umwelt oder Gesundheit. Ihre Verbindungen zu Abteilungen und Einrichtungen der Vereinten Nationen hängen ganz von ihren Zielen, Standorten und Möglichkeiten ab“ (vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit, 2014)

 

Literatur:

Projektziel

Ist ein im Rahmen eines Unterrichtsprojekts formuliertes Ziel, das ein Nachhaltigkeitsziel der Gemeinde aufgreift und zu diesem einen Beitrag leisten möchte. Dabei werden zentrale Fragen zur Nachhaltigen Entwicklung in der Gemeinde in den Blick genommen. Das Projektziel wird von der Lehrperson im Voraus (d.h. in der Vorbereitungsphase ohne Klasse) und in Absprache mit der Gemeindebehörde bzw. den Nachhaltigkeitsbeauftragten der Gemeinde festgelegt. Bei der Ausarbeitung der eigentlichen Massnahme durch die Lernenden werden Feinziele formuliert.

SeLeN

Service-Learning mit Fokus Nachhaltigkeit. SeLeN möchte einen Beitrag zur Vermittlung spezifischer Kompetenzen einer Nachhaltigen Entwicklung sowie einen Beitrag zu einer Nachhaltigen Entwicklung in der Gemeinde anstreben und verwirklichen. Dabei wird auf den Ansatz des Service-Learning zurückgegriffen und dieser durch die konstituierenden Elemente von BNE und einer Nachhaltigen Entwicklung in der Gemeinde konkretisiert. In der Unterrichtspraxis bedeutet dies, dass sich die Lernenden in Form von Unterrichtsprojekten mit Fragen Nachhaltiger Entwicklung in der Gemeinde auseinandersetzen und selbst in einen Dialog mit ihrer Gemeinde treten. Damit werden die Lernenden für nachhaltige Probleme und Fragestellungen in ihrer Gemeinde sensibilisiert, werden selbst aktiv und handeln bedürfnisorientiert.

SL

Service-Learning. Service-Learning ist ein Lehr- und Lernkonzept (Methode) aus den USA, das zwei Kernelemente miteinander verbindet: einen Dienst am anderen Menschen bzw. für das Gemeinwohl zu leisten auf der einen Seite („Service“) und das eigene schulische Lernen anhand einer authentischen Aufgabe auf der anderen Seite („Learning“). Um die Verknüpfung zwischen beidem herzustellen, werden die Service-Tätigkeiten im Unterricht vorbereitet und die praktischen Erfahrungen anschliessend pädagogisch angeleitet reflektiert (vgl. z.B. Reinmuth & Eikel, 2006).

 

Literatur:

UNCED

United Nations Conference on Environment and Development (Deutsch: Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung). Bezeichnet eine im Jahre 1972 in Stockholm abgehaltene Konferenz über das Verhältnis von Umwelt und Entwicklung. Verabschiedet wurde eine Deklaration zur menschlichen Umwelt. Zwanzig Jahre nach Stockholm fand in Rio de Janeiro die Zweite Umweltkonferenz statt, die besonders durch den Brundtland-Bericht angeregt wurde. Betont wurde an diesem Gipfel die Notwendigkeit einer Nachhaltigen Entwicklung. Verabschiedet wurden die Rio-Deklaration, mehrere Konventionen (Klimakonvention, Artenschutzvielfaltkonvention) sowie ein internationaler Aktionsplan für das nächste Jahrtausend (Agenda 21) (vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, 2014)

 

Literatur:

UN(O)

United Nations (United Nations Organization; Deutsch: Organisation der Vereinten Nationen). Gemäss Art. 1 der UN-Charta verfolgen die UN folgende Hauptziele: Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit, Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Staaten, Zusammenarbeit bei der Lösung internationaler wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Aufgaben und Probleme sowie Durchsetzung der Menschenrechte (vgl. Wirtschaftslexikon 2014).

 

Literatur: