WCED

World Commission on Environment and Development. Ist eine von den Vereinten Nationen im Jahr 1983 gegründete Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, mit Sekretariat in Genf. Ihr Auftrag war die Erstellung eines Perspektivberichts zu langfristig tragfähiger, umweltschonender Entwicklung im Weltmassstab bis zum Jahr 2000 und darüber hinaus. Die Kommission veröffentlichte vier Jahre später (1987) ihren auch als Brundtland-Bericht bekannt gewordenen Zukunftsbericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ („Our Common Future“). Dieser beeinflusste die internationale Debatte über Entwicklungs- und Umweltpolitik massgeblich. Er wurde auf zwei internationalen Konferenzen (1987 in London und 1988 in Mailand) eingehend diskutiert und war der auslösende Hauptfaktor für die Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 (vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit, 2014).

 

Literatur:

Anstechen

Das Vieh, welches geschlachtet wird, wird nach der Betäubung und Tötung an einem Haken angehängt, damit das Tier anschliessend ausbluten kann. Durch das anstechen wird das tote Tier transportierbar. Das Anhängen an den Haken wird „anstechen“ genannt. Anstechen hat nach Duden (2015) zwei Bedeutungen:

  1. „in etwas ein wenig hineinstechen“ bzw. „durch Hineinstechen beschädigen oder verletzen“
  2. „durch Einstich öffnen, anzapfen“

 

Literatur

Ausgewogene Ernährung

Bei einer ausgewogenen Ernährung steht die Deckung des Bedarfs an Energie (Kalorien) und Nährstoffen im Mittelpunkt (BAG, 2012, S. 3). Sie führt zur Verhinderung von bestimmter Krankheiten und anderen Risikofaktoren wie z.B. Übergewicht, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus Typ 2 etc. (vgl. ebd., S. 4).

Lebensmittelpyramide (SGE, 2014)

Die Schweizer Lebensmittelpyramide veranschaulicht bildlich eine ausgewogene Ernährung. Die Kombination von verschiedenen Lebensmitteln in einem bestimmten ist das Ziel einer ausgewogenen Ernährung. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Körper die Lebensmittel der unteren Pyramidenstufe vermehrt benötigt als die der oberen (vgl. SGE, 2014).

 

Literatur:

Ausweiden

Das Ausweiden oder Ausnehmen bedeutet, einem geschlachteten oder erlegten Tier die Eingeweide zu entnehmen und sie daraus zu entfernen (vgl. Duden 2015). Im Gegensatz zum Ausbeinen werden hier nur die Eingeweide entfernt, die Knochen werden dabei nicht berücksichtigt (Ausbeinen). Das Ausweiden ist ein Vorbereitungsverfahren zur Lebensmittelherstellung. Beim Ausweiden wird darauf geachtet, dass die entnehmenden Organe nicht beschädigt werden, damit eine Weiterverarbeitung möglich wird (vgl. Rohatsch, 1987).

 

Literatur

Brunstzeit

Unter der Brunstzeit werden die Tage in denen ein Rind trächtig werden kann (Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband, o. J.) verstanden. Die erste Brunst bekommt ein Rind im Alter von ca. 10 Monaten. Der Brunstzyklus beträgt etwas 3 Wochen, die Brunstdauer etwa ½ bis 1 ½ Tage (24-36 Stunden), bei jüngeren Tieren ist sie etwas kürzer (vgl. Kampusch, 2015). Das erste mal belegt wird mit ca. 18 Monaten (Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband, o. J.). Die Brünstikeit einer Kuh äussert sich in einigen Zeichen und Verhaltensänderungen. Um eine genaue Brunstzeit auszumachen, ist eine genaue Beobachtung notwendig (Kampusch, 2015).

 

Zuverlässige Brunstzeichen:

  • Aufspringen auf Herdengenossinnen
  • Duldung des Aufsprunges
  • Intensive Kontaktaufnahme zu den anderen Herdentieren (Anschmiegen, Ablecken, Kopfauflegen)
  • Schwellung der Scham
  • Rötung des Scheidenvorhofes und stärkere Feuchtigkeit der Scheidenschleimhaut
  • Abgang von klarem, Faden ziehendem Brunstschleim
  • Mit Schleim verklebte Sitzbeinhöcker und Schwanzunterseite
  • Abgescheuerter Schwanzansatz

 

weniger zuverlässige Anzeichen:

  • Erhöhte Unruhe (Hin- und hertreten, Angriffslust)
  • Brüllen oder Brummen
  • Unruhiger, suchender Blick
  • Spontanes Einbiegen der Lende
  • Verringerung der Futteraufnahme
  • Kurzfristiger Milchrückgang

 

Literatur

BTS

BTS steht für „Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme“ und ist ein Tierwohl-Programm des Bundesamts für Landwirtschaft (vgl. BLW, 2015). Danach findet eine verstärkte Berücksichtigung der Ansprüche der Tiere statt und fordert eine entsprechende Mehrleistung der Landwirte. Dabei umfasst dies beim BTS-Programm finanzielle Mehrkosten (für grössere Stallflächen) und eine Mehrarbeit sowie Materialkosten für die Einstreue (vgl. ebd.). Die Teilnahme an diesem Programm ist nicht obligatorisch für die Landwirte. „Die Mehrleistungen der Landwirte werden einerseits vom Bund durch BTS-Beiträge (seit 1996) bzw. RAUS-Beiträge (seit 1993) und andererseits durch einen höheren Verkaufspreis für besonders tierfreundlich produzierte Nahrungsmittel abgegolten“ (ebd.).

 

Literatur

Direktvermarktung

Die Direktvermarktung ermöglich den Landwirten, die selbst hergestellten Produkte (verarbeitete oder nicht) direkt, das heisst ohne Zwischenhandel und Detaillisten zu vermarkten (vgl. landwirtschaft.ch, 2015). Dies hat zur Folge, dass der Produzent einen grösseren Teil des vom Konsumenten bezahlten Preises selbst behalten kann. Die Direktvermarktung ist an viele gesetzliche Auflagen gebunden, vor allem im Bereich der Hygiene müssen zum Beispiel Hofläden die gleichen Anforderungen erfüllen, wie andere Lebensmittelvertreiber. Wer keinen Ladenlokal zur Verfügung hat oder an einem nicht leicht zugänglichen Ort wohnt, hat die Möglichkeit, die Ware per Hauslieferdienst oder Postversand dem Kunden zu liefern (ebd.).

 

Literatur

Domestikation

Die Domestikation stellt den Veränderungsprozess von wildlebenden Tieren zu Haustieren (und auch von wildlebenden Pflanzen zu Kulturpflanzen) über Generationen hinweg dar.

Es lassen sich nicht alle Tiere domestizieren. Tiere, welche erfolgreich domestiziert wurden, sind Hunde, Katzen, Rinder, Ziegen, Schafe, Hühner, Schweine Pferde etc. (vgl. STS, 2011, S. 7).

 

Literatur:

Einnutzungsrassen und Zweinutzungsrassen

Rinderrassen, die ausschliesslich für die Fleischproduktion oder die Milchproduktion gezüchtet werden, bezeichnet man als Einnutzungsrasse. Rassen, die sowohl für die Milch- als auch für die Fleischproduktion genutzt werden, bezeichnet man als Zweinutzungsrassen. Je nach Züchtungsziel können unterschiedliche Körpermerkmale zwischen den reinen Milchrassen, den reinen Fleischrassen und den Zweinutzungsrassen festgestellt werden (Gemballa & Tippel, 2014).
Einnutzungsrassen (Gemballa & Tippel, 2014)

Das Holstein-Rind wurde speziell für die Milchproduktion gezüchtet. Es ist die weltweit am häufigsten gezüchtete Milchrinder-Rasse. Das Jersey-Rind ist ebenfalls eine Milchrinder-Rasse. Es gibt nicht ganz so viel Milch, wie ein Holsteinrind, dafür ist seine Milch aber für den besonders hohen Fett- und Eiweißanteil bekannt. Das Charolais-Rind ist eine französische Einnutzungsrasse zur Fleischproduktion. Die masssigen Tiere haben ein creme- bis weissfarbiges Fell. Das deutsche Angus wurde ebenfalls zur Fleischproduktion gezüchtet (Einnutzungsrasse). Die Rinder sind hornlos und ihr Fell ist einfarbig rot oder schwarz.

Zweinutzungsrassen (Gemballa & Tippel, 2014):
Das Fleckvieh besitzt einen relativ massigen Körperbau und eine recht hohe Milchleistung. Daher wird es sowohl für die Fleisch- als auch für die Milchproduktion eingesetzt. Es ist eine Zweinutzungsrasse. Das Braunvieh wird in Mitteleuropa zur Fleisch- und Milchproduktion eingesetzt. Im Rest der Welt wird es vor allem zur Fleischproduktion genutzt.
Literatur